Y-Heben mit Fitnessband
Isolationsübung, Freie GewichteDieser Artikel wird durch 3 Studien/Publikationen verifiziert.
Überblick

Hauptmuskeln
- Nacken: Trapezmuskel
(Musculus trapezius) - Schulter: Vorderer Deltamuskel
(Musculus deltoideus, Pars clavicularis) - Schulter: Mittlerer Deltamuskel
(Musculus deltoideus, Pars acromialis)
Trainingspläne
Y-Heben mit Fitnessband eignet sich als Ersatz ähnlicher Übungen zum Rückentraining oder Ergänzung zahlreicher Trainingspläne.
Y-Heben mit Fitnessband: Grundlagen und Alternativen

Beteiligte Hauptmuskelgruppen:
Y-Heben mit Fitnessband
Beim Y-Heben mit Fitnessband hebst du deine Arme schräg nach vorne oben, bis sie mit deinem Oberkörper ein breites Y bilden. Das tief vor dir befestigte Band sorgt für den Widerstand. Deine Schultermuskeln heben die Arme an, während die Muskeln rund um die Schulterblätter, darunter der Trapezmuskel, die Bewegung führen.
Bei Reverse Flys mit Fitnessband öffnest du die Arme stärker nach außen und hinten. Beim Frontheben mit Fitnessband geht der Weg direkter nach vorne. Für das Y-Heben bleiben deine Ellbogen leicht gebeugt, und deine Hände wandern diagonal nach oben, statt zum Körper gezogen zu werden.
Richtige Ausführung
Beim Anheben in die Y-Form bewegen sich deine Schulterblätter mit den Armen. Mit einem leichten Band kannst du diese Bewegung lernen, ohne dich zum Abschluss zurückzulehnen.
Nutze ein leichtes Fitnessband und einen festen, tief liegenden Befestigungspunkt, der nicht zu dir rutschen kann. Eine Langhantel auf dem Boden eignet sich nur, wenn sie gegen Rollen und Rutschen gesichert ist. Stelle dich mit Blick zum Anker mittig davor und fasse beide Bandseiten gleich lang.
Gehe so weit zurück, dass das Band mit den Händen vor deinen Oberschenkeln leicht gespannt ist. Übe die Y-Form zuerst ohne Band: Hebe die Arme nach vorne und außen. Deine Daumen zeigen nach oben, die Ellbogen bleiben leicht gebeugt, und am oberen Punkt sind deine Hände weiter auseinander als deine Schultern. Du musst sie weder über dem Kopf zusammenführen noch hinter den Kopf ziehen.
Folge mit dem Band demselben Weg und lasse deine Schulterblätter die Armbewegung begleiten. Beende die Aufwärtsbewegung, bevor du dich für mehr Höhe zurücklehnen müsstest. Halte oben kurz inne und senke die Hände langsam entlang derselben Diagonalen wieder ab.
Dabei sollten die Bandseiten frei laufen und weder an der Befestigung hängen bleiben noch aneinander reiben. Deine Füße bleiben während des Anhebens an ihrem Platz. Wenn du den Abstand verändern möchtest, senke zuerst die Hände ab und stelle dich dann neu hin.
Videoanleitung
Schritt-für-Schritt Anleitung
Befestige das Band an einem sicheren tiefen Anker und teste, ob er deinem Zug standhält.
Stelle dich mit Blick zum Anker auf und nimm ein Bandende in jede Hand. Deine Handflächen zeigen zueinander.
Richte deinen Oberkörper auf, halte die Hände tief vor dem Körper und beuge deine Knie leicht.
Hebe deine Arme schräg nach vorne oben in eine Y-Form. Die Ellbogen bleiben dabei nur leicht gebeugt.
Halte an der höchsten kontrollierbaren Position kurz inne, ohne dich zurückzulehnen. Senke deine Hände langsam entlang derselben Diagonalen in die Ausgangsposition zurück.
Häufige Fehler
Wenn du deine Ellbogen zu stark beugst, kann aus dem Anheben eine Zugbewegung zum Körper werden. Nimm weniger Widerstand, wenn du die Arme nur mit deutlich gebeugten Ellbogen nach oben bekommst.
Ziehe die Schulterblätter nicht mit aller Kraft nach unten, während deine Arme nach oben wandern. Fest nach unten gedrückte Schulterblätter können der Armbewegung nicht folgen. Lass sie sich frei mitbewegen, ohne am Anfang stark mit den Schultern hochzuzucken. Bewegt sich der Anker, unterbrich die Übung und sichere ihn, bevor du weitermachst.
Gehe während des Anhebens nicht nach hinten, um das Band stärker zu dehnen. Damit veränderst du mitten in der Wiederholung den Widerstand und dein Gleichgewicht. Senke die Hände vor dem Umstellen der Füße ab und teste aus der neuen Entfernung zuerst eine vollständige Hebebewegung mit leichtem Widerstand.
Was die Forschung sagt
Zum Y-Heben mit Fitnessband im Stehen scheint es keine Studie zu geben. Die am ehesten vergleichbare Forschung stammt aus der Schulterrehabilitation. Dabei wird die Aktivität der Muskeln rund um die Schulterblätter gemessen, während die Arme schräg nach vorne außen angehoben werden, also in der Schulterblattebene, oder in Bauchlage über den Kopf geführt werden. Die Messungen beschreiben die Muskelaktivität, nicht den Muskelaufbau.
Bei 21 gesunden Personen führte das Anheben der Arme in der Schulterblattebene, auch Skaption genannt, zur höchsten Aktivität im oberen Trapezmuskel zwischen Nacken und Schultern. Drehten die Teilnehmenden ihre Arme während des Anhebens zusätzlich gegen ein Band nach außen, arbeiteten stattdessen der mittlere und untere Trapezmuskel stärker. Mit zusätzlicher Last nahm die Aktivität aller gemessenen Muskeln zu.[1]
Bei einem Vergleich von 10 Übungen an 30 gesunden Personen war der untere Trapezmuskel am aktivsten, wenn die Teilnehmenden in Bauchlage einen Arm über den Kopf in Richtung des Faserverlaufs dieses Muskels anhoben. Der vordere Sägemuskel, der das Schulterblatt nach oben zu drehen hilft, arbeitete bei Übungen mit viel Aufwärtsdrehung am stärksten. Dazu gehörte das Anheben des Arms in der Schulterblattebene über 120 Grad.[2]
Eine ältere Studie erfasste mit feinen Drahtelektroden die Aktivität von 8 Schulterblattmuskeln bei 9 gesunden Personen während 16 Rehabilitationsübungen. Die Autoren nahmen die Skaption zusammen mit Rudern und 2 Druckübungen in eine Auswahl von 4 Übungen auf, die den Kern eines Programms zur Kräftigung der Schulterblattmuskulatur bilden sollten.[3]
Wenn du die Arme in der Schulterblattebene anhebst, arbeiten also mehrere Muskeln rund um die Schulterblätter mit. Der Winkel und die Drehung der Arme scheinen zu beeinflussen, welche Bereiche am aktivsten sind.
Quellen
- Superficial and Deep Scapulothoracic Muscle Electromyographic Activity During Elevation Exercises in the Scapular Plane. Castelein B, Cagnie B, Parlevliet T, Cools A. Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy. 2016;46(3):184–193. doi: 10.2519/jospt.2016.5927.
- Surface Electromyographic Analysis of Exercises for the Trapezius and Serratus Anterior Muscles. Ekstrom RA, Donatelli RA, Soderberg GL. Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy. 2003;33(5):247–258. doi: 10.2519/jospt.2003.33.5.247.
- EMG analysis of the scapular muscles during a shoulder rehabilitation program. Moseley JB Jr, Jobe FW, Pink M, Perry J, Tibone J. The American Journal of Sports Medicine. 1992;20(2):128–134. doi: 10.1177/036354659202000206.